Temporäre Kunsthalle Schaffhausen

Das Künstlerkollektiv Zwischenraum erweckt die ehemaligen Hallen für neue Kunst wieder zum Leben. Denn wo einst Beuys‘ Monumentalwerk Das Kapital Raum 1970-77 stand, macht sich seit nunmehr 4 Jahren Leerstand breit. Die Ausstellung Das Kapital ist weg. Wir sind das Kapital! lenkt den Fokus von der geschichtsträchtigen Vergangenheit der Räume auf die Kunst und die gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart. Durch die Selbstorganisation im Leerstand und den Einbezug aller KünstlerInnen in die Projektplanung konnte eine charakteristische und von Normen befreite Ausstellung geschaffen werden, welche über 20 Kunstschaffenden aus den Bereichen Malerei, Installation, Fotografie, Video-, und Objektkunst eine Plattform bietet. Nebst jungen KünstlerInnen aus dem Raum Schaffhausen präsentiert die Ausstellung auf drei Etagen nationale und internationale Gäste und vermag dadurch einen überregionalen Diskurs zu schaffen.

web_2_groß
Künstlerliste:
Sarina Admaty
Pauli Beutel
Philip Böni
Angelika Dreher
Manja Ebert
Hannah Grueninger
Forster Herchenbach
Daniel Karrer
Nadja Kirschgarten
Stefan Kiss
Anina Knauer
Leonard Krättli
Isabelle Krieg
Mina Monsef
Mouselefant
Kaspar Müller
Daniel Neubacher
Tina Ragettli
Corinna Rauer
Franz Reimer
Daniel Rossi
Dan Schein
Iela Scherrer
Fabian Stamm
Patrick Werner
Andrin Winteler

Die Stadt Schaff hausen sorgt sich um das Publikum der Zukunft. In der aktuellen Ausgabe des Kulturbriefes
schreibt Jens Lampater: Wo kommt das Mehr an Publikum her, das das Mehr
an Veranstaltungen aufwiegt? Aus den nachfolgenden Generationen? Wie gelingt es, etwa die mehreren
hundert UBS-Mitarbeiter, die kürzlich in Schaffhausen ihre neuen Arbeitsplätze bezogen haben, abends ins
Theater oder ins Konzert zu locken? Wird die Generation der heute 30- bis 40-jährigen in einem Jahrzehnt,
wenn die eigenen Kinder einmal aus dem Haus sind, genauso treu die klassischen Kultursparten und -veranstalter
besuchen, wie es deren Eltern heute noch tun? Oder ist diese Generation ans TV-on-demand
und an virtuelle Erlebnisse verloren? Und was ist mit der noch jüngeren Besuchergeneration? Wie kann eine
Sensibilisierung kultureller Themen und ein Verständnis kultureller Genres gefordert und vermittelt werden
bei möglichen Konsumenten, die immer unverbindlicher und unberechenbarer zu werden scheinen? Wie
kann Kultur wieder selbstverständlich werden, wo sie es nicht mehr ist? Es liegt auf der Hand: Kreative Vermittlungsmodelle
und Ansätze für die Ausweitung kultureller Erfahrungs- und Partizipationsmöglichkeiten
für nachkommende Besuchergenerationen gilt es zu
erforschen.
Der Verein Zwischenraum bietet mit seinem unkonventionellen Ausstellungskonzept solch ein kreatives
Vermittlungsmodell für nachkommende Besuchergenerationen. Denn die Selbstorganisation im Leerstand bietet ein von Zwängen befreites Angebot, welches ein neues Publikum für Kunst und Kultur zu begeistern
vermag. Die jungen Kunstschaff enden sind die Werbung für das Publikum der Zukunft. Das Projekt bietet
jungen KünstlerInnen unter 40 eine Plattform und vermag diese durch Einbezug aller Beteiligten in die Ausstellungsplanung
zu vernetzen. Der Verein vermochte in den letzten Jahren bereits zweimal eine beliebte Ausstellung für ein breites Publikum von Jung bis Alt zu schaff en und dadurch den Kulturstandort Schaffhausen zu stärken.
Entsprechend dem Slogan Das Kapital ist weg – wir sind das Kapital! soll die dritte Ausstellung des Zwischenraumes in den Hallen für Neue Kunst stattfi nden. Denn wo einst Beuys‘ Monumentalwerk Das Kapital Raum 1970-77 stand, macht sich seit
nunmehr 3 Jahren Leerstand breit. Höchste Zeit die Räume, welche das Titelblatt des letzten Kulturkonzepts der Stadt schmückten, auch wieder mit Kultur zu füllen.